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Entfernungsmesser
aus olypedia.de, dem freien Olympus Lexikon
Ein Entfernungsmesser ist ein System zur Bestimmung der Entfernung.
Inhaltsverzeichnis |
Entfernungsmesser mit Bildüberlagerung
Dieser optische Entfernungsmesser ist nach demselben Prinzip aufgebaut, wie auch wir selbst die Entfernung mit unseren Augen bestimmen - durch Ausgleichen der Parallaxenverschiebung.
Wir nehmen mit jedem Auge ein Einzelbild von einem Gegenstand wahr. Um ihn zu fokussieren drehen wir die Augen aus der Parallel-Lage. Aus dem dadurch entstehenden Winkel stellen wir - durch Erfahrung gelernt - die Entfernung fest.
Genauso funktioniert der optische Entfernungsmesser durch Bildüberlagerung. Durch das Sucherfenster, mit einem halb durchlässigen Spiegel, nehmen wir das Objekt wahr. Durch ein zweites, etwas entferntes Fenster wird über einen drehbaren Spiegel ein zweites Bild in den Sucher projiziert. Durch drehen an der Entfernungseinstellung wird der verstellbare Spiegel neu justiert, bis die Bilder exakt deckungsgleich sind.
Mattscheibe
Die Mattscheibe befindet sich im selben Abstand vom Objektiv, wie die Filmebene. Bei Spiegelreflexkameras wird durch den ausgeklappten Spiegel auf der Mattscheibe dasselbe Bild abgebildet, wie am Film. Durch drehen am Entfernungsring kann das Bild scharf gestellt werden. Zur besseren Schärfebeurteilung gibt/gab es Lupen, die noch vorgeschaltet werden konnten. Die Mattscheibe wird heute auch noch in den meisten Spiegelreflex-Kameras eingesetzt.
Siehe dazu auch die weitergehenden Ausführungen im Thema Sucher
Mattscheibe (Sucherscheibe) mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring |
FS-1 und FS-2 Sucherscheibe |
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Schnittbildindikator
Beim Schnittbildindikator sind in die Mattscheibe zwei zueinander versetzte Prismen zur Hälfte eingesetzt (im Bild rot und grün). Eine unscharfe senkrechte Linie liegt als Beispiel (blau - sie zeigt die Ebene, nicht das Objekt!) hinter der Filmebene. Deswegen wird sie an den Prismen weiter hinten abgebildet und erscheint im Sucher so versetzt (rot links, grün rechts). Durch das Drehen des Entfernungsringes werden die Strahlen auf den Prismen auf einen andere Höhe verschoben. Wenn sie deckungsgleich sind, dann liegen sie in der Bildebene und sind scharf gestellt.
Dieses Hilfsmittel funktioniert besonders gut bei senkrechten Linien und bei Offenblende. Die meisten Schnittbildindikatoren dunkeln ab Blende 5,6 vollkommen ab und sind deshalb für die Entfernungsmessung nicht mehr nutzbar. Neuere Entwicklungen anderer Hersteller (z. B. Canon für die F-1 new) erweitern diesen Bereich bis Blende 8-11, sind aber nicht für das OM-System verfügbar.
Mattscheibe (Sucherscheibe) mit Schnittbildindikator (ganz in der Mitte) |
Mikroprismenring
Der Mikroprismenring funktioniert genau so, wie viele, in einem Ring angeordnete Schnittbildindikatoren. Allerdings sind sie als Pyramiden, und nicht als Prismen ausgeführt. Auch hier entsteht die Schärfe durch das Verschieben der Schärfeebene entlang der Pyramidenflächen bis in die Bildebene. Der Mikroprismenring wurde meist um einen Schnittbildindikator angeordnet.
Mattscheibe (Sucherscheibe) mit Mikroprismenring (um den Schnittbildindikator) |
Der Mikroprismenring funktioniert am besten bei Offenblende. Ab Blende 5,6 kann der Mikroprismenring (siehe hierzu auch die Erläuterungen zum Schnittbildindikator) schwarz werden.