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Zuiko Digital ED 300mm, F2.8
aus olypedia.de, dem freien Olympus Lexikon
| Hersteller: | Olympus | Bezeichnung: | Zuiko Digital ED 300mm, F2.8 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Brennweite: | 300 mm | Herstellungszeitraum: | 2003 - - | |||||||||
| Lichtstärke: | 2,8 | Blendenbereich: | 2.8-22 | |||||||||
| Baulänge: | 281 mm | Durchmesser: | 127 mm | |||||||||
| Gewicht: | 3290 g | Filtergewinde: | 43mm (Einschubfilter) | |||||||||
| Min. Entfernung: | 2.4m | Max. Abbildungsm.: | 0,15 | |||||||||
| Bajonett: | FT | Spritz-/Staubschutz: | ja | Bildstabilisator: | nein | |||||||
| Bildwinkel: | 4.2° | Linsen/Baugruppen: | 13/11 | Blendenaufbau: | 9 Lamellen | |||||||
| Innenfokussierung: | ja | Geradführung: | ja | Innenzoom: | nicht zutreffend | |||||||
| AF-Antrieb: | Mikromotor | Fokussierung: | by Wire | Zoom: | nein | |||||||
| Besonderheiten: | Autofokusblockiertasten, Fokussierbereichs-Begrenzung keine volle Kontrast-AF-Funktionsunterstützung bei Kameras mit zusätzlichem Kontrast-AF für den LiveView-Betrieb | |||||||||||
Beschreibung und Einsatz des Zuiko Digital 2.8/300mm Super-Teleobjektivs
Hans H. Siegrist
Um die Sport- und Naturfotografen schon die der Einführung des E-Systems zu "verführen", war das 2.8/300er schon in der ersten Serie von Four-Thirds-Objektiven enthalten und wurde praktisch gleichzeitig mit der E-1 vorgestellt.
Das Gewicht und die makellose Mechanik dieses Objektivs zeigen, dass hier primär die professionellen Fotografen angesprochen werden, was sich natürlich auch im Anschaffungspreis niederschlägt. Dieser entspricht mehr oder weniger denjenigen der anderen Hersteller für eine vergleichbare Optik, mit dem Unterschied allerdings, dass bei Four Thirds eine Brennweite von 300 mm einen Bildwinkel von 4° erzeugt und daher im 35 mm Filmformat-Vergleich einem 600 mm-Objektiv gleichkommt. Dazu eine Lichtstärke von 2.8 und das Verkaufsargument ist perfekt.
Perfekt ist auch die Abbildungsleistung, für die man das Objektiv allerdings entsprechend einsetzen muss, aber davon später. Freihandaufnahmen sind damit nur unter allergünstigsten Umständen und allenfalls mit einem Schulterstativ zu verwirklichen. Man benötigt daher ein stabiles (Einbein-)Stativ mit einem entsprechend soliden Stativkopf. Ob man einen Kugelkopf (s. Fotos), einen 2D-Fluidneiger oder eine Schwerpunkt-Aufhängung (z.B. Wimberley Gimbal Head) verwendet, ist Geschmackssache und hängt auf vom Einsatz ab. Auf den Abbildungen sitzt das Objektiv mitttels Arca Swiss B1 Monoball auf einem Manfrotto 055 ProB-Stativ (mit 10 kg belastbar). Der Monoball zeichnet sich aus durch eine sehr fein einstellbare Friktion und eine äußerst solide Konstruktion und ist eine Investition fürs Leben. Auf einer solchen Unterlage zeigt die Optik ihre Leistungsfähigkeit sowohl mit oder ohne EC-14-Konverter.
Das Objektiv wird in einer schwarzen Nylontasche geliefert, wie das 50-200er, nur grösser. Dabei sind auch zwei Graufilter für den 34 mm-Filterhalter sowie ein neutrales Glas, welches in der optischen Rechnung einbezogen ist und bei Nichtbenutzung der Filter eingesetzt bleiben muss. Der Clou folgt aber jetzt: im Lieferumfang spendiert Olympus auch einen Polfilter in seiner eigenen Halterung, welcher mit einem kleinen Drehrad einstellbar ist. Das Objektiv hat kein Filtergewinde. Die aufsteckbare Metall-Gegenlichtblende (LH-120) ist mittels einer kleinen Drehschraube in der Nut rund um die Frontlinse arretierbar. Der Objektivdeckel (LC-140) ist, wie bei solchen Objektiven üblich, ein Nylonsack mit flachem Boden, der mittels Velcro und einer "Tabaksbeutelschnur" befestigt wird und die Frontlinse schützt. Beim Auspacken nimmt man also die Optik aus ihrer Verpackung und setzt sie auf den Stativkopf, dessen Arretierung festgezogen sein muss, ansonsten das ganze Stativ mit dem teuren Stück vornüber kippt! Solche Verluste sind schon öfters vorgekommen. Danach wird das Gehäuse mit oder ohne Konverter angeschlossen, damit ein Gleichgewicht entsteht und zum Schluss die Objektivkappe abgenommen und die Gegenlichtblende angeschraubt. Nun kann man die Arretierung des Stativkopfs vorsichtig lockern und anfangen zu fotografieren.
Mit der E-1 und dem Batteriepack hat man so eine gut ausbalancierte Kombination, welche mit wenig Friktion im Kugelkopf präzise zu führen ist. Aufnahmen von bewegten Motiven wie z.B. Flugaufnahmen von Vögeln sind per C-AF möglich und zwar ohne und mit dem EC-14.
Der Autofokus, der dank der hohen Ausgangslichtstärke sehr schnell anspricht, kann entweder über den ganzen Einstellbereich von 2.4 bis Unendlich benutzt werden oder aber auf die Bereiche 2.4-6 m bzw. 6 m bis Unendlich beschränkt werden. Damit wird vermieden, dass der AF zu lange suchen muss und die Einstellzeit verkürzt. Ob der Batteriegriff HLD-2 zur Schnelligkeit des AF beiträgt, kann man nur vermuten. Beim 50-200er Zoom soll es ja so sein.
Hochformataufnahmen macht man, indem man die entsprechende Arretierschraube am Objektiv löst und den Objektivtubus um 90° nach links dreht. Damit kommt der Hochformatauslöser auf dem Batteriepack HLD-2 bequem nach oben zu liegen und der rechte Daumen hat auch seine eigene Abstützfläche.
Wie schon erwähnt, ist die Abbildungsleistung hervorragend und zwar schon ab voller Öffnung. Bei dem Preis muss das allerdings so sein, denn wer würde ein solch aufwändiges Objektiv erwerben, wenn es nicht uneingeschränkt einsetzbar wäre? Die Vignettierung ist bei offener Blende vernachlässigbar und die Bildschärfe reicht ohne Abfall bis in die Ecken. Der Unschärfebereich (Bokeh) ist angenehm weich und auf die nahezu runde Blendenöffnung zurückzuführen.
Folgende Links führen zu Bildbeispielen:
- http://www.pbase.com/hhsiegrist/birds
- http://www.pbase.com/hhsiegrist/wolves
- http://www.pbase.com/hhsiegrist/bears
Wer braucht ein solches Objektiv? Professionelle Sportfotografen sind meistens durch ihre Redaktionen schon den Konkurrenzprodukten verpflichtet. Bei den Tierfotografen gibt es den einen oder anderen, der schon ins Four-Thirds-System eingestiegen ist und das 300er regelmässig verwendet. Für die Modefotografie ist die Brennweite arg lang und das 2/150er wird dort zweifellos mehr Anklang finden.
Beispielbilder
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