Mamiya M645

Aus Olypedia
Version vom 4. März 2020, 14:17 Uhr von Rudolfo4 (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mamiya M645 Super - mit freundlicher Genehmigung von team-foto.com
"Systemkomponenten der Mamiya 645 Super-Spiegelreflexkamera" - (c) Eric Gaba - aus der (Wikimedia Foundation)
Erläuterungen:
1. Kameragehäuse
2. Objektive
3. Mattscheibe
4. Motorgriff
5. Kurbel
6. Prismensucher mit eingebautem Belichtungsmesser
7. Prismensucher
8. Lichtschachtsucher
9. 120 Rollfilm-Halter mit einem Film geladen
10. 220 Rollfilm Halter
11. 35mm Rollfilm-Halter, Polaroid Film, Digitale Rückseite (nur für neuere Modelle), etc.
12. Kabelauslöser
Mamiya Mamiya M645 Pro mit Sekor C 1:2,8/80 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com
Mamiya M645 AFD II mit ZD-Rückteil (digital) und Mamiya-Sekor AF 1:2,8/80 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com

Mamiya M645

Einführung

Im Jahr 1980 wurde das - schon "fast vergessene" - 4,5 x 6 cm - Mittelformat auch für den kleineren Geldbeutel wieder "belebt": Mamiya stellte die Mamiya M645 vor.

Es handelt sich um eine - für die damaligen Verhältnisse - sehr kompakte Mittelformat-SLR, die bei einer fast dreimal soviel nutzbaren Filmfläche eine vergleichbare "Handlichkeit" wie eine "professionelle Kleinbild-SLR bot - und dies auch noch für einen "vernünftigen Preis"!

Viele (auch professionelle) Nutzer von Kleinbild-SLR-Systemen "stiegen damals zur Mamiya M645 auf", es gab aber auch eine Vielzahl von Nutzern "größerer Formate", die auch zur Mamiya M645 wechselten.

Ein weiterer "Wechselgrund" war auch die hervorragende Qualität des Objektivprogramms, welches sich - traditionsgemäß bei Mamiya - mit den Spitzenprodukten der "arrivierten Hersteller" (bei durchgängig niedrigeren Preisen) durchaus messen konnte.

In Deutschland war es insbesondere Alexander Borell (auch "Nörgelmann" genannt), der in seinen Fachartikeln und -büchern immer wieder die Vorzüge der Mamiya M645 darstellte - s. hierzu das lesenswerte Fachbuch "Die Mamiya M645" von Alexander Borell, Heering Verlag GmbH.

Alexander Borell zitiert in seinem o.a. Fachbuch den Münchener Fotografen Horst Prange (der u.a. für die BUNTE, Quick, stern und für life tätig war so:

"Mamiya M645 .... Es war Liebe auf den ersten Blick. Eine Liebe, aus der eine nun seit vielen Jahren glückliche Ehe wurde. Die Kamera bietet mir nämlich alles; auf der einen Seite die Handlichkeit der Kleinbild-Kamera und auf der anderen Seite die überlegene Qualität des Mittelformats. .... Was wäre die beste Kamera ohne Objektive von entsprechender Qualität? .... Die optische Qualität hält jeden Vergleich aus, darüber bin ich nicht gezwungen, mit jedem Objektiv noch zusätzlich einen Verschluss zu kaufen. .... Als ich zum ersten Mal mit meiner Mamiya M645 mit dem Standard-Objektiv 1:1,9 zur Arbeit im Fernseh-Studio auftauchte, standen die Kollegen um mich herum, um sich dieses Ding anzuschauen. Das ist inzwischen anders geworden - sie haben jetzt selber eine."

Im Grundkonzept handelt es sich um eine Mittelformatkamera "klassischen Konzepts in Modulbauweise" (wie z.B. die Hasselblad 500C):

Aus (sehr wahrscheinlich) Kostengründen verzichtete Mamiya aber darauf, das komplette Filmmagazin wechseln zu können (nur die Filmeinschübe konnten gewechselt werden). Weiterhin besitzen alle Varianten einen (eingebauten) Schlitzverschluss, es sind aber Objektive bekannt (s. hier), die einen eingebauten Zentralverschluss besitzen.

Im Laufe der Zeit wurde das "Grundmodell" immer weiter verbessert, später - mit dem Modell 645 Super - wurde (auf vielfachen Kundenwunsch) ein neuer Kamerakörper vorgestellt, bei dem das komplette Filmmagazin gewechselt werden kann (wie z.B. die Hasselblad 500C).

Das Kamera- und Objektiv-Bajonett ist - bis auf diverse Übertagungselemente (elektrische Kontakte o.Ä.) - bei allen bekannten Modellen gleich geblieben, es ist also (mit Einschränkungen) möglich, die ersten Objektive an den modernen Digitalvarianten zu nutzen.

Bei den Zubehörteilen wurde auch auf eine weitestgehende Kompatibilität geachtet, z.B. können die Filmeinschübe des "Ursprungsmodells" problemlos in den Filmmagazinen des letzten Analogmodells (645 Pro TL) genutzt werden.

Im September 2009 stellte die dänische Firma Phase One eine gelabelte Varianten der Mamiya M645 AFD III vor, im Vorfeld wurden "bedeutende Anteile" an Mamiya erworben. In der Folge wurden - ca. ab dem Jahr 2015 - die Produkte nur noch unter dem Label "Phase One" vermarktet. Einige Objektive wurden mit dem Label "Schneider-Kreuznach" vermarktet, es ist aber nicht eindeutig nachzuvollziehen, ob es sich um neue Rechnungen handelt oder nur alte Mamiya-Rechnungen "gelabelt" wurden.

Mamiya war zu dieser Zeit ein - relativ konservativer - Hersteller von Kameras und Objektiven im Mittelformat-Segment, die sehr gerne von "Profis" und ambitionierten Amateuren genutzt wurden, u.a.:

Weiterhin gab es diverse Versuche, sich mit sehr guten Kameras auf dem Kleinbild-Markt zu etablieren, die leider aber relativ erfolglos verliefen.

Kameras

Mamiya M645

Mamiya M645 mit Sekor C 1:2,8/110 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com
Mamiya M645J - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com

Beschreibung

Ein großer "Durchbruch" war aber die "Reaktivierung" des "kleinen Mittelformats" mit der Mamiya M645, die sich (bis auf wenige Ausnahmen) am modularen System des Hasselblad-V-Systems (1000F, 500C usw.) orientierte:

Der Filmtransport erfolgt von unten nach oben, deshalb wird bei "Normalhaltung" - wie bei jeder "normalen" Kleinbild- SLR - im Querformat aufgenommen.

Folgende Kameras sind bekannt/aufgetaucht (ungefähre Produktionszeit in Klammern):


Technische Daten

Mamiya M645 Mamiya M645 1000s Mamiya M645J
Kameratyp einäugige Mittelformat-Spiegelreflexkamera
Belichtungssteuerung: TTL-Messung mit speziellem TTL-Prismensucher (integral), Zeitautomatik mit speziellem TTL-AE-Prismensucher
Belichtungmessung: Offenblendmessung
Belichtungskorrektur: -
Messbereich: EV 2,85 - 17 (bei 100 ISO - TTL-Prisma und AE-Prisma)
EV 0 - 18 (bei 100 ISO - PD-Prisma)
Aufnahmeformat: 41,5 mm × 56 mm (Mittelformat), für 120er und 220er Rollfilm stehen Filmhalter zur Verfügung, 15 bzw. 30 Aufnahmen je Film
Objektivanschluss: Mamiya-M645-Bajonett
Sucher: fünf verschiedene Sucher ansetzbar:
- Lichtschacht mit Sportsucher
- Prisma
- TTL-Prisma
- PD-Prisma
- TTL-AE-Prisma
Einstellscheibe: Mattscheibe, wechselbar (5 Typen bekannt)
Suchergesichtsfeld: ca. ? % mit den o.a. Prismensuchern
Suchervergrößerung: 0,74 fach bei TTL-Prisma und AE-Prisma
0,7 fach beim PD-Prisma
Informationen im Sucher: Belichtungsabgleich mit Nadel beim TTL-Sucher und PD-Prisma, Belichtungszeit beim TTL-AE-Prismensucher
Filmempfindlichkeitseinstellung: 25 - 3.200 ISO (PD-Prisma)
25 - 6.400 ISO (TTL-Sucher und TTL-AE-Prisma)
Verschluss: elektronisch gesteuerter Drehspul-Tuch-Schlitzverschluss
Verschlusszeiten: 8 - 1/500 s, B (min. 1 s mit dem TTL-Sucher, min. 2 s mit dem AE-Prisma) 8 - 1/1000 s, B (min. 1 s mit dem TTL-Sucher, min. 2 s mit dem AE-Prisma, Einstellrad arretiert) 1 - 1/500 s, B
Zubehörschuh: auf den o.a. Prismensuchern
Blitzanschluss: Standard-Blitzkontakt
Blitzsteuerung: manuell, Zeitautomatik mit speziellem TTL-AE-Prismensucher
Blitzsynchronisation: 1 / 60 s und länger, spezielle Objektive mit Zentralverschluss 1/ 500 s und länger
Selbstauslöser: nein mechanisch, 5-10 s Vorlauf nein
Rückschwingspiegel: ja, pneumatisch gedämpft
Spiegelvorauslösung: ja nein
Filmtransport: manuell mit Drehknopf, Winder ansetzbar manuell mit Kurbel, Winder ansetzbar manuell mit Drehknopf, Winder ansetzbar
Filmrückspulung: entfällt
Mehrfachbelichtung: mit speziellem Hebel möglich
Kamerarückwand: aufklappbar, nicht abnehmbar
Stromversorgung: 1 x SR44/LR44
Stativgewinde: 1/4 Zoll (ISO 1222) im Kameraboden
Sonstiges: Kontrolle der Schärfentiefe über einen Hebel an der Kamera (oder am Objektiv)
Abmessungen (H x B x T): 84 x 99,3 x 109 mm (mit Prisma, ohne Objektiv) 84 x 94,5 x 109 mm (mit Prisma, ohne Objektiv)
Gewicht: 920 Gramm (nur Gehäuse) 965 Gramm (nur Gehäuse) 910 Gramm (nur Gehäuse)
Kaufpreise:
Kadlubek-Code: - - -

Galerie

Hier eine kleine Galerie mit den "Ursprungsmodellen":

Mamiya M645 Super / M645 Pro

Mamiya M645 Super mit Sekor C 1:2,8/80 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com
Mamiya M645 Pro mit Sekor C 1:2,8/80 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com
Mamiya M645 Pro TL mit Sekor C 1:2,8/80 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com

Beschreibung

Nach dem großen Erfolg der "Ursprungsmodelle" stellte Mamiya im Dezember 1985 eine neue Generation vor:
Die Mamiya M645 Super / M645 Pro

Hierbei wurde (u.a.) der größte Wunsch der (professionellen) Anwender erfüllt: Endlich besaß die Kamera ein Wechselmagazin!
Sie gehörte schnell zu der Standardkamera vieler Hochzeitsfotografen, wurde aber auch sehr gerne in vielen Fotostudios benutzt.

Leider wurde dies mit folgenden Nachteilen erkauft:

Die Vorteile überwiegen (entsprechend der überwiegenden Nutzermeinung) aber:

Viele Nutzer - insbesondere des Modells "M645 Super" - klagten auch über Zuverlässigkeitsprobleme, die mit der Vorstellung der M645 Pro-Modelle (ab April 1992) aber komplett gelöst wurden.

Für das Modell "M645 Pro TL" (vorgestellt im Juni 1997) waren - von Fremdherstellern - Digitalrückteile erhältlich.

Folgende Kameras sind bekannt/aufgetaucht (ungefähre Produktionszeit in Klammern):

  • Mamiya M645 Super (1985 - 1993)
  • Mamiya M645 Pro (1993 - 1998)
  • Mamiya M645 Pro TL (1999 - 2006)

Technische Daten

Mamiya M645 Super Mamiya M645 Pro Mamiya M645 Pro TL
Kameratyp einäugige Mittelformat-Spiegelreflexkamera
Belichtungssteuerung: TTL-Messung und Zeitautomatik mit speziellem TTL-Prismensucher (integral),
Belichtungmessung: Offenblendmessung
Belichtungskorrektur: -
Messbereich: EV ? - ? (bei 100 ISO)
Aufnahmeformat: 41,5 mm × 56 mm (Mittelformat), für 120er und 220er Rollfilm stehen Wechselmagazine zur Verfügung
Objektivanschluss: Mamiya-M645-Bajonett
Sucher: drei verschiedene Sucher ansetzbar (TTL-Prisma, Lichtschacht
Einstellscheibe: Mattscheibe, wechselbar
Suchergesichtsfeld: ca. ? % mit den o.a. Prismensuchern
Suchervergrößerung: unbekannt
Informationen im Sucher: Belichtungsabgleich mit Nadel beim TTL-Sucher, Belichtungszeit beim TTL-Prismensucher
Filmempfindlichkeitseinstellung: ? - ? ISO (TTL-Prismensucher)
Verschluss: elektronisch gesteuerter Tuch-Schlitzverschluss
Verschlusszeiten: 1 - 1/1000 s, B, mechanische Notzeit 1/60 s 1 - 1/1000 s, B
Zubehörschuh: -
Blitzanschluss: Standard-Blitzkontakt Standard-Blitzkontakt, TTL-Blitzautomatik
Blitzsteuerung: manuell, Zeitautomatik mit speziellem TTL-Prismensucher
Blitzsynchronisation: 1 / 60 s und länger, spezielle Objektive mit Zentralverschluss 1/ 500 s und länger
Selbstauslöser: - ja
Rückschwingspiegel: ja, pneumatisch gedämpft
Spiegelvorauslösung: ja
Filmtransport: manuell mit Schnellschalthebel, Winder ansetzbar
Filmrückspulung: entfällt
Mehrfachbelichtung: nicht vorgesehen (Doppelbelichtungssperre - nur mit "Tricks" zu umgehen)
Kamerarückwand: Wechselmagazin
Stromversorgung: 1 x SR44/LR44
Stativgewinde: 1/4 Zoll (ISO 1222) im Kameraboden
Abmessungen (H x B x T): ? x ? x ? mm (mit Prisma, ohne Objektiv)
Gewicht: ? Gramm (nur Gehäuse)
Kaufpreise:
Kadlubek-Code: - - -

Zitate

Ein Zitat zur Mamiya M645 Super aus spiegelberg.org:

"In kleiner Bestückung mit Lichtschachtsucher und 80mm taugt die 645 beinahe zur Schnappschusskamera, wenngleich hier entweder Licht und Zeit geschätzt werden müssen oder man sich bemüht, einen Belichtungsmesser zu benutzen. Für „Street“ wäre sie aber völlig untauglich, wie man mir in einem Forum unlängst mitteilte, doch das nahm ich zwar schweigend, aber nicht zustimmend zur Kenntnis. Mit dem Prisma-Sucher ist die Handlichkeit schon etwas eingeschränkt, aber die Zeitautomatik ist sehr komfortabel – hier muss man eben abwägen. Bei Shootings empfand ich schließlich den Einsatz der Kurbel zum Filmtransport als etwas mühsam und lauerte lange in der Bucht bis ich einen Motor für unter einhundert Euro bekomme. Er funktioniert wunderbar, macht Fotos im Hochformat deutlich einfacher und knallt die 15 Aufnahmen auch blitzschnell durch, wenn man nicht aufpasst. Mit dem anschließenden jammernden Spulgeräusch des Motors kann man übrigens auch Models zum Kichern bringen. Geheimtipp. Ohne Garantie."

Galerie

Mamiya M645 E

Mamiya M645 E - mit freundlicher Genehmigung von team-foto.com

Beschreibung

Im März 2000 wurde die "M645 E" vorgestellt: Es handelt sich um ein vereinfachtes Modell mit einem eingebautem Sucher und nicht wechselbarem Rückteil (wie bei den Ursprungsmodellen), die Filmeinsätze sind aber wechselbar.

Die Kamera verfügt über ein Prisma mit einer "Kepler-Lupe", an der eine Dioptrienkorrektur einegstellt werden kann. Im Vergleich zu den anderen Modellen war der Sucher "verdammt dunkel", die Ursprungsmodelle bieten hier wesentlich mehr.

Als Zubehör war der Handgriff "GN401" lieferbar, über dem der Filmtransport über einen Daumenhebel (wie bei einer klassischen Kleinbild-SLR) erfolgen kann. Ein zusätzlicher Auslöser ist vorhanden.

Die Kamera war kein großer kommerzieller Erfolg und ist deshalb selten zu finden. Für den Anwender sind die restlichen Varianten der Mamiya M645 aber eher zu empfehlen.

Folgende Kameras sind bekannt/aufgetaucht (ungefähre Produktionszeit in Klammern):

Technische Daten

Zitate

Ein Zitat aus "Mamiya M645 E" bei optiksammlung.de:

'"Die M645 ist eine sehr gute Mittelformat-Einsteigerkamera, gegenüber dem Profimodell M645ProTL wurden verzichtbare Dinge eingespart: statt Wechselmagazin nur Rollfilmeinsätze, Mattscheibe und Sucher festmontiert, kein elektrischer Auslösekontakt, keine Blitzbelichtungsmessung, keine Motordrive-/Winderkontakte."

Galerie

Mamiya M645 AF / Phase One 645 AF

Mamiya M645 AF - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com
Mamiya M645 AFD II mit ZD-Rückteil (digital) und Mamiya-Sekor AF 1:2,8/80 mm - mit freundlicher Genehmigung von arsenal-photo.com

Beschreibung

Mamiya kam hier auch nicht am allgemeinen Trend vorbei, dem Nutzer die manuelle Fokussierung durch einen Autofokus "abzunehmen". Hierzu wurde das "Grundprinzip" der Minolta 7000 übernommen:

In der Anfangszeit war der Autofokus noch "sehr langsam" (wie bei den meisten AF-Kameras aus dieser Zeit), mittlerweile hat man (lt. unabhängigen Test) einen "vernünftigen Bereich" erreicht. Dieser ist leider nicht mit dem Autofokus von professionellen DSLR oder DSLM vergleichbar.

Im Gegensatz zu ihren Vorgängern kann bei dieser Variante der Sucher nicht mehr gewechselt werden, d.h. er ist "unlösbar" mit dem Gehäuse verbunden.

Wie schon o.a. dargestellt, hat sich das Kamera- und Objektiv-Bajonett nicht grundlegend geändert, es können also auch "alte" Objektive - mit Einschränkungen - genutzt werden.

Folgende Kameras sind bekannt/aufgetaucht (ungefähre Produktionszeit in Klammern):

Technische Daten

Mamiya M645 AF Mamiya M645 AF II Mamiya M645 AFD Mamiya M645 AFD II Mamiya M645 AFD III (Phase One 645 AF) Mamiya 645DF (Phase One 645DF) Mamiya 645DF+ (Phase One 645DF+)
Kameratyp einäugige Mittelformat-Spiegelreflexkamera
Belichtungssteuerung: TTL-Messung (Spot-, Integral-Messung, Zeitautomatik
Belichtungmessung: Offenblendmessung
Belichtungskorrektur: +/- 5 Blenden
Messbereich: EV ? - ? (bei 100 ISO)
Aufnahmeformat: 41,5 mm × 56 mm (Filmrückteile), Digital-Rückteile (verschiedene Formate)
Objektivanschluss: Mamiya-M645-Bajonett
Sucher: fest eingebauter Sucher
Einstellscheibe: Mattscheibe, wechselbar
Suchergesichtsfeld: ca. ? % mit den o.a. Prismensuchern
Suchervergrößerung: unbekannt
Informationen im Sucher: unbekannt
Filmempfindlichkeitseinstellung: am Filmmagazin bzw. am Digital-Rückteil
Verschluss: elektronisch gesteuerter Schlitzverschluss, Nutzung von Objektiven mit Zentralverschluss möglich
Verschlusszeiten: 60 min - 1/4000 sec (Zentralverschluss-Objektive bis min. 1/1600 sec
Zubehörschuh: auf dem Sucher
Blitzanschluss: Standard-Blitzkontakt, TTL-Blitzautomatik
Blitzsteuerung: manuell, Zeitautomatik
Blitzsynchronisation: 1/125 sec und länger, spezielle Objektive mit Zentralverschluss 1/600 sec und länger
Selbstauslöser: ja
Rückschwingspiegel: ja, pneumatisch gedämpft
Spiegelvorauslösung: ja
Filmtransport: motorisch
Filmrückspulung: entfällt
Mehrfachbelichtung: unbekannt
Kamerarückwand: Filmmagazin bzw. Digital-Rückteil
Stromversorgung: unbekannt
Stativgewinde: 1/4 Zoll (ISO 1222) im Kameraboden
Abmessungen (H x B x T): ? x ? x ? mm (ohne Objektiv)
Gewicht: ? Gramm (nur Gehäuse)
Kaufpreise:
Kadlubek-Code: - - - - - - -

Zitate

Einige Zitate zur Mamiya M645 AFD II mit dem ZD-Rückteil (digital) aus dem Testbericht in ColorFoto:

"Kein Zweifel: Die Mamiya 645 AF DII ZD Back ist ein Modell mit Profistatus. Schwarz, groß, schwer - wie eine leistungsstarke Bentley-Limousine gehört die Mittelformatkamera mit aufgesetztem Digitalrückteil unverkennbar zur Elite. Alles in allem kostet eine Basisausstattung ohne Objektiv aber auch über 12 000 Euro. ColorFoto will es wissen und prüft, ob das Luxusgerät tatsächlich die erstklassigen digitalen 21,3-Megapixel-Bilder liefert, die der Preis verspricht."
""Speziell" - mit diesem Wort lassen sich unsere Messergebnisse treffend zusammenfassen: Die Mamiya 645 AF DII ZD Back erzielt bei niedriger Empfindlichkeit (ISO 50) sowie RAW-Format eine äußerst gute Bildqualität - aber auch nur dann."
"Bei großformatiger Produktfotografie mit optimaler Ausleuchtung im Studio punktet die Mamiya 645 AF DII ZD Back mit brillanten ISO-50-Bildern. Schließlich fällt im Studio meist weder die überraschend schlechte Bildqualität bei höheren Empfindlichkeiten noch der miese JPEG-Konverter ins Gewicht. Geht es dagegen um Available-Light-Fotografie, herrschen schwierige Lichtverhältnisse oder sind bei einer Modestrecke schnelle Serien-Bilder nötig, kann die Mamiya nicht überzeugen."

Ein Zitat zur Mamiya M645 AFD III / Phase One 645 AF aus luminous-landscape.com (hier wird auch ausführlich auf die Unterschiede zwischen den Modellen "M645 AFD II" und "M645 AFD III" eingegangen):

"The Phase One 645 camera is a Mamiya 645 AFDIII with a Phase One logo on it. That's it. No magic formulas, no special features, no unique firmware. The back mount on the cameras is a standard Mamiya mount and any Phase One back with a Mamiya interface can be used on it. In fact, any Mamiya mount back from any manufacturer, including Hasselblad, Sinar, and Leaf (and of course Mamiya itself) can be used on it. The Mamiya / Phase One camera is an open platform, the interface is non-proprietary, and any film or digital product from other manufacturers can be attached without license fees."
"The Phase One 645 (and its twin the new Mamiya 645 AFDIII) are based on the previous Mamiya AFDII. All existing lenses and accessories are both backwards and forwards compatible between the old and the new models. The new camera has seen quite a few changes though, most of them for the better, and we'll look at how the old and new models differ."

Galerie

Sondermodelle

Mamiya M645 1000s "Golden Lizard"

Mamiya M645 1000s "Golden Lizard" - mit freundlicher Genehmigung von Foto Brell, Frankfurt
Beschreibung

Es handelt sich um eine - technisch unveränderte - Sonderausführung der Mamiya M645 1000s, mit vergoldeten Gehäuseteilen und Eidechsenleder-Bezug.

Die genaue produzierte Stückzahl ist uns nicht bekannt, möglicherweise ebenfalls 300, aber noch wesentlich seltener angeboten, als die in einer Stückzahl von 300 produzierte RB67 Golden Lizard.

Über ein "passendes Objektiv" ist leider nichts bekannt, das u.a. Objektiv dient nur zu Demo-Zwecken.

Technische Daten

Keine Abweichungen zur Mamiya M645 1000s.

Galerie

Objektive

Pfeil Teilartikel.png Siehe dazu den Teilartikel: Mamiya M645 - Objektive und Zubehör


Weblinks

Mamiya M645 allgemein

Mamiya M645

Mamiya M645 Super / M645 Pro

Mamiya M645 E

Mamiya M645 AF