Gegenlicht

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Zitate aus dem Buch von Andreas Feininger "Das Buch der Farb-Fotografie" aus den Econ Verlag, Düsseldorf, 1959:

"In der Farbfotografie sind Unter- und Überbelichtungen Fehler, deren Auswirkungen einen Fotografen zur Verzweiflung bringen können. Bei Gegenlichtaufnahmen kann man sogar beides ohne weiteres auf einem einzigen Bilde zustande bringen....
Die Schönheit von Gegenlichtaufnahmen liegt in dem starken Kontrast von Hell und Dunkel. Überdies verstärken Schatten, die zur Kamera und zum Betrachter hinfallen, den Eindruck der Tiefe. Dieser Tiefeneffekt wird ferner durch die Lichtsäume an den Umrissen vieler Objekte gesteigert, welche die verschiedenen Tiefenbereiche trennen und betonen....

Gegenlichtfotografie setzt, wenn sie gelingen soll, dreierlei voraus:

  • Das Motiv muss sich für eine Wiedergabe eignen, die Umriss und Silhouette betont, den Kontrast übertreibt und die Durchzeichnung der Schatten abschwächt oder ganz auslöscht. Diesen Anforderungen entsprechen u. a. Motive wie Landschaften, Gewässer (....), städtebauliche Silhouetten, alle Bilder, auf denen viel Himmel zu sehen ist (....) und natürlich Sonnenuntergänge.
  • Streulicht und Geisterbilder müssen vermieden werden, indem man das Objektiv gegen starkes direktes Licht abschirmt .... (Gegenlichtblende....)....
  • Die Aufnahme muss auf beste Wiedergabe der hellen Objektfarben belichtet werden. Wenn z. B. ein Abendhimmel das Motiv ist, lässt man die Landschaft ganz außer acht...."

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Bis zur Mitte der 30er Jahre war die Gegenlichtfotografie vollkommen verpönt - das Zitat eines "Besserwissers" bei der Aufnahme des Bildes von Herbert List "Santorin" ist überliefert: "Der fotografiert in das Licht, die Aufnahme kann so nichts werden!" - das Bild beweist das Gegenteil.

Weblinks

Beispielaufnahmen