Rollfilm

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Ein Band aus der transparenten Trägerfolie der lichtempfindlichen Emulsion ist zusammen mit einem gleichgroßen lichtundurchlässigen Papierband auf einer Spule mit genormten Maßen aufgewickelt, und zwar so fest, dass kein Licht auf den Film fällt. Durch fachgerechtes Einspannen des Filmes zwischen seiner Spule und einer gleichen Aufwickel-Spule bzw. Speicherspule in der Kamera-Rückseite oder in einem Rollfilmmagazin wird erreicht, dass die lichtempfindliche Schicht genau in der Bildebene des auf die Motiventfernung eingestellten Objektives liegt, und die Papierbahn dahinter zur Kamerarückseite hin.

Die Enden von Papierband und Folie sind evtl. zur Produktionsvereinfachung verklebt, sonst besteht keine feste Verbindung zu dem Papier. Auf das Papier sind Nummern aufgedruckt, die auf der Kamerarückseite durch ein rotes Fensterchen ablesbar sind. Erscheint eine Zahl im Fensterchen, ist der Film weit genug vorgespult für die nächste Aufnahme.

Beim Einlegen eines unbelichteten Rollfilms in Kamera oder Magazin wird die dann gerade leere alte Vorratsspule als neue Speicherspule verwendet. Ursprünglich hatten die Spulen einen Holzkern mit Metallenden, jetzt sind sie komplett aus Plastik. Am Filmende hängt ein Stück Klebeband oder gummiertes Papier. Damit wird Bei Entnahme des belichteten Filmes das Filmende fixiert, damit sich die Filmrolle nicht selbst entrollt. Denn es ist wesentlich beim Rollfilm, dass er stets straff aufgewickelt ist, denn nur dann erfüllt die Papierbahn ihre Lichtschutzfunktion.

Wenn der Film also vom Auspacken bis zum Zukleben straff auf der jeweiligen Spule aufgewickelt ist, kann er sogar bei Tageslicht gewechselt werden, daher wird Rollfilm auch als "daylight-loading cartridge" bezeichnete, als hellichten Tags ladbare Kartusche.

Der belichtete Film wird zusammen mit der Speicherspule zur Entwicklung gegeben. Es gibt verschiedene Rollfilm-Formate, den rar gewordenen 4,6cm breiten Filmtyp 127, sowie zwei Konfektionierungen von 6,15cm breitem Film, Typ 120 und Typ 220. Früher war vor allem in den USA und im Vereinigten Königreich auch Typ 620 sehr verbreitet, weshalb sich die vielen oft die "Six-Twenty" im Namen tragenden klassischen Kameras von dort oft nur durch Umspulen von Typ 120-Film auf 620er-Spulen ausprobieren lassen.

Der 6,15cm breite Film gestattet eine Belichtungsbreite von etwa 5,65 cm. Nominelle Aufnahmeformatgrößen sind je nach Kamera 4,5x6; 6x6; 6x7; 6x8; 6x9 cm, in Zweiformatkameras zwei davon, in Panoramakameras bis 6x18 cm. Abzüglich wiegesagt von ein paar Millimeter Bildrand durch den Bildrahmen, über dem der Film zur Aufnahme aufgespannt ist. Bei billigen alten Bakelitkameras ist dieser Rahmen zum Erstaunen meist gewölbt, was einen Nachteil der billigen Objektive dieser Kameras ausgleichen soll. Sonst ist im Allgemeinen immer Planlage des Filmes in der Abbildungsebene üblich und solche Objektivfehler durch Abblenden verringerbar, oder es ist eine bessere Optik nach Art des Zeiss Planar verwendet, die auch bei Offenblende Filmplanlage unterstützt.

Der Rollfilm ist heute nur noch in der professionellen Fotografie und bei Liebhabern vor allem alter wertiger zweiäugiger Spiegelreflexkameras zu finden. Zum Ausprobieren alter Kameras gibt es billigen Film der Marke Shanghai. Bei solchen nicht in Deutschland aber über ebay leicht erhältlichen Filmen ist immer die Schachtel mit zur Entwicklung zu geben, da dort technische Parameter aufgedruckt sind, ohne die die Entwicklung misslingt.

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