Laufbodenkamera

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Die ersten Kameras waren alle Laufbodenkameras.

Da die Objektive noch nicht fokussierfähig waren, musste man also den Abstand von Film und Linse irgendwie mechanisch lösen. Dies war nur möglich, wenn man den Kamerakörper flexibel konstruierte. Man baute also einen Lederbalgen zwischen den starren Filmhalter und der Objektivstandarte. Diese wurde auf zwei Zahnstangen - dem sogenannten Laufboden, der im Winkel von 90 Grad zum Filmhalter stand - angebracht und konnte, da sie einen Schneckengang besaß, nach vorn und hinten bewegt werden.

Scharfstellen konnte man nur mit einer Mattscheibe. Später brachte man Enfernungsskalen auf dem Laufboden an, um schneller fotografieren zu können. Den Sucher bildete ein Drahtrahmen.

Die ersten Reisekameras mussten flacher gebaut werden, damit sie nicht so viel Platz wegnahmen. Folglich baute man den Laufboden mit den Zahnstangen klappbar. Die Objektivstandarte und der Lederbalgen konnte so weit zurückgedreht werden, dass sie im etwas breiteren Planfilmhalter Platz fanden. Der Laufboden wurde dann hochgeklappt und verschloss die ganze Einheit wie ein Deckel. Diese Reisekameras gab es bis zum Format 13 x 18 cm.

Mit der Einführung des Rollfilms wurden noch Rollfilmadapter statt der Platten gebaut, bald aber waren die Laufbodenkameras nur noch eine Domäne der Berufsfotografen. Diese Pressekameras waren sehr robust und hatten schon einen richtigen optischen Sucher. Man arbeitete mit diesen Kameras bis in die 50er Jahre. Legendäres Modell war die "Speed Graphic".

Je nach Anwendungsgebiet gab es verschiedene Modelle dieser Laufbodenkameras.

  • Landschafts- und Architekturfotografen wollten eine Verstellung der Objektivstandarte haben, um Verzerrungen vertikaler und horizontaler Linien klein zu halten.
  • Pressefotografen wollten die robustere, starre Ausführung.
  • Sogenannte Reisekameras (s.o.).